In Museen werden Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart gesammelt, restauriert, eingelagert, und vor allem, der Öffentlichkeit in ansprechender und/oder didaktischer Form zugänglich gemacht. Auch der Privatsammler möchte seine Werke bewahren und präsentieren.
Beleuchtung von Kunstwerken setzt Akzente, muß jedoch mit Bedacht gewählt werden. (www.lichtideen.de) Wenn er also die Kunstwerke nicht nur in vollklimatisierten, dunklen Tresoren aufbewahrt, sondern sie auch zeigen möchte, wird er schnell vor unerwartet große Probleme gestellt: Licht, Luft und Klima lassen Kunstwerke unterschiedlich schnell altern und können diese unter Umständen schädigen oder auch gänzlich zerstören. Daher sollte der Sammler für optimale Bedingungen bei der Präsentation seiner Artefakte sorgen.
Dabei gilt: Je subtiler und feiner das Material des Kunstwerks, desto größere Sorgfalt und Anstrengungen muss der Sammler aufbringen.
Grafik mit Lichtrand Der Einfluss von Licht auf Grafiken und Gemälde
Jeder, der schon einmal eine Zeitung längere Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt hat, kennt den Effekt: Das Papier ist unansehnlich, brüchig und vergilbt. Die elektromagnetische Strahlung, also das Licht, hatte auf das Material und die Druckfarbe einen schädigenden Effekt. Je schlechter die Qualität des Papiers ist, umso größer die Veränderung. Daher sollte besonders der Sammler von Druckgrafiken, Aquarellen und Pastellen auf die richtige Beleuchtung achten. Ölgemälde hingegen gelten allgemein gegenüber Licht als unempfindlicher – Verallgemeinerungen sind für Kunstwerke jedoch nicht zulässig. Die Mischung verschiedenster Materialien und Pigmente insbesondere in der zeitgenössischen Kunst macht das Hinzuziehen eines Experten im Einzelfall ratsam.
Wie viel Licht, also Energie, kann man Kunstwerken zumuten?
Fällt Licht auf einen Gegenstand, so wird es einersteils von diesem absorbiert, andererseits wieder abgestrahlt. Der absorbierte, also aufgenommene Anteil des Lichts führt u. a. zur Erwärmung des angestrahlten Exponats. Diese löst u.a. fotomechanische Prozesse im Material wie dem Farbbindemittel oder den Farbpigmenten aus. UV-Strahlen, die sowohl in der Sonne als auch in künstlichen Lichtquellen vorkommen, sind extrem kurzwellig und energiereicher als langwellige Strahlen. Langwelliges, orange-rotes Licht ist daher dem violett-blauen bei der Beleuchtung von Kunst vorzuziehen. Trotzdem sollte man bedenken, dass Schäden, wie etwa Ausbleichungen, die einmal durch unsachgemäße Hängung entstanden sind, absolut irreversibel sind.
Ein UV-, Lux, - und Temperatur-Meßgerät Außerdem sind fotochemische Veränderungen, also Lichtschäden, additiv, das heißt, es nützt nichts, ein bereits geschädigtes Bild über längere Zeit im Dunklen zu lagern. Durch falsche Beleuchtung bei der nächsten Hängung werden sich die Schäden noch weiter erhöhen.
Dabei kommt dem Sammler auch die Fähigkeit des Auges zu Gute, auf Dunkelheit mit der Erweiterung der Pupille zu reagieren. Diese sogenannte Adaptionsfähigkeit lässt in abgedunkelten Räumen ein auch nur schwach beleuchtetes Bild als ausreichend hell erscheinen, um alles genau betrachten zu können. Manchmal reicht es auch schon aus, nur sehr schwach beleuchtete Exponate an dunkle Wände zu hängen, um den gleichen Effekt zu erzielen.
Auch die Art des Lichts spielt beim sorgfältigen Umgang mit Kunstwerken eine nicht zu unterschätzende Rolle. Glühlampen beispielsweise sind, wie der Name schon sagt, Temperaturstrahler. Ein dünner Draht wird unter Vakuum oder einer Gasatmosphäre zum Glühen gebracht und strahlt Licht ab. Dieses liegt meistens im infraroten Bereich, so dass es empfehlenswerter ist, als das kühlere, dem Tageslicht ähnliche Licht von Leuchtstoffröhren. Jedoch ist dabei zu bedenken, dass die relative Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Wellenlängen auch vom angestrahlten Material abhängig ist. Form, Verspiegelung und Mattierung der Glühbirnen haben auch einen Einfluss auf die Beleuchtungssituation. Matte Birnen beugen Schattenbildung wie auch Blendung vor.
Eine Kaltlichtreflektorlampe “Cool-Beamer” (www.osram.de) Ebenso häufig trifft man in vielen Museen auf sogenannte Reflektorlampen, die bestimmte Teile von Kunstwerken als Spot besonders gut ausleuchten. Empfehlenswert sind sogenannte „Cool Beams“, also Kaltlichtreflektorlampen, bei denen ein Großteil der Wärmestrahlung an Decke oder Wände, nicht jedoch auf das Kunstwerk abgegeben wird. Auch haben sich Niedervolt-Halogenlampen bewährt, deren Licht besonders leicht zu fokussieren ist, was besonders bei kleineren Grafiken oder Miniaturen von Vorteil ist.
Seine wertvolle Sammlung vor allzu großer Lichteinstrahlung schützen
So schädigend eine zu starke Lichteinstrahlung, besonders die der UV-Strahlung ist, so einfach ist es auch, ihr mit Augenmaß und Umsicht zu begegnen.
Wertvolle Kunstwerke, die auf Licht stark reagieren, sollte man daher nie in hellen und damit auch warmen Räumen hängen. Direkte Sonneneinstrahlung ist absolut zu vermeiden. Dies würde auch einen negativen Eindruck beim Betrachter hinterlassen, da Reflexionen im Rahmenglas den Betrachter empfindlich stören.
Räume, in denen man Kunstwerke hängt, sollten daher keine Fenster nach Süden haben. Außerdem sollten die Räume nicht allzu großzügig bemessene Fenster besitzen, da sich das erschwerend auf die Beibehaltung einer gleichmäßigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit auswirken würde.
Wählt man für die lichtempfindlichen Kunstwerke dennoch einen hellen Raum, so ist das Anbringen von Jalousien und Vorhängen notwendig. Bei der Farbe der Vorhänge sollte man Weiß wählen, da sie für gleichmäßige Helligkeit bzw. Abdunklung sorgen. Die Jalousien sollten außen angebracht sein, da damit auch die bildschädigende Wärme einigermaßen abgestrahlt wird.
Der Einsatz UV-vermindernder Glasscheiben ist zu empfehlen. Spezielle Filter und Folien auf dem Fensterglas sind rein technisch zwar möglich aber rentieren sich kaum, da sie das zu schützende Objekt nicht mehr in natürlichem Licht erscheinen lassen würden.
Trotz all der oben aufgezeigten Gefahren gibt es einen relativ einfachen Weg, ein Kunstwerk wirkungsvoll zu schützen: Da jedes Molekül des Bildträgers eine bestimmte Mindestenergie benötigt, um zerstörerische Reaktionen mit anderen Molekülen einleiten zu können, kann man auch die Dauer der Lichteinwirkung auf ein Kunstwerk wirkungsvoll minimieren, beispielsweise mit einem dunklen Vorhang vor einem Bild oder einer Lampe mit Bewegungsmelder.
Da es sich nicht mit Bestimmtheit sagen lässt, welche Schäden nun allein durch zu starke Lichteinwirkung verursacht werden oder ein zuviel an Licht nur der Auslöser verschiedenster anderer Reaktionen ist, die ein Kunstwerk angreifen können, sollte das Kunstwerke in erster Linie vor der Energie der elektromagnetischen Wellen in Lichtform geschützt werden.